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Ausreden helfen nicht

4. Januar 2017 · 27 Kommentare
Mittwochmorgen. Wieder einmal habe ich viel zu lange geduscht. Dampfschwaden hängen im Badezimmer. Ich greife zu meinem vorgewärmten Handtuch. Einen Moment bleibe ich wie angewurzelt vor dem beschlagenen Badezimmerspiegel stehen. Mir gefällt nicht was ich sehe. Skepsis macht sich breit. Unsicherheit kommt auf. Ein böser Gedanke jagt den nächsten: "Meine Hüften sind zu breit, meine Arme zu speckig - und dann noch diese Dehnungsstreifen"! Obwohl ich gut gelaunt in den Tag gestartet bin, schlüpfe ich nun frustriert und verärgert in meine Klamotten.

Dieses beklemmende Gefühl der Unzufriedenheit lässt mich auch tagsüber nicht los. Das Bild hat sich eingebrannt. Ich bin unkonzentriert und schweife ab. Mache mir Gedanken zu meiner Figur, meiner Ernährung, meinem Sportprogramm. Vergleiche mich mit anderen, nehme mir schmerzhafte Bemerkungen zu Herzen...
Ich ertappe mich dabei, wie ich bei Google nach vermeintlichen Wunderlösungen suche, die mir dazu verhelfen sollen, überschüssige Pfunde loszuwerden. Straffe Beine und ein flacher Bauch wären auch nicht schlecht. "Das tut dir nicht gut", flüstert mir meine innere Stimme zu. "Ich weiß", gestehe ich mir ein. Aber was versucht man nicht alles in seiner Verzweiflung?
Alles, was ich meinem Körper angetan habe, hat er mir doppelt und dreifach zurückgezahlt. Zusätzliche Kilos gab es gratis dazu. Mir war es immer unglaublich wichtig, Gewicht zu verlieren. Ich habe unzählige Versuche gestartet, um abzunehmen. Der gewünschte Erfolg blieb aus. Der nächste Versuch. Die nächste Niederlage. Eine Abwärtsspirale. Das hat mich furchtbar unglücklich gemacht. Irgendwann habe ich aufgegeben.



Mein Magen knurrt. Auf das Abendessen habe ich verzichtet. Und ich weiß schon jetzt, dass mir diese Entscheidung eine schlaflose Nacht bereiten wird. Gedankenversunken sitze ich auf meinem Bett, schaue traurig in den Spiegel - er fängt meinen Blick auf. Ich habe darauf keine Lust mehr. Ich erinnere mich an Tage, an denen ich eine gesündere Einstellung zu meinem Körper hatte. Tage, an denen ich mich fitter, vitaler, ausgeglichener fühlte. Ausreden helfen nicht. Sie sind heimtückisch - und lediglich eine schwache Entschuldigung für weniger Willensstärke und mehr Nörgelei.
Ich lächle. Der Startschuss für einen weiteren Anlauf. "Dieses Mal möchte ich es richtig machen", sage ich mir zuversichtlich. Mein innerer Schweinehund grinst heimtückisch. Mein Blick wirkt weiterhin entschlossen. Veränderungen brauchen Zeit. Es gibt kein Geheimrezept. Geduld und Durchhaltevermögen sind nur zwei von vielen Zutaten. What doesn't challenge you, doesn't change you. Am Ende des Tages ist es reine Einstellungssache. Mein Blick schweift durchs Zimmer, bleibt an meinen Laufschuhen hängen - Meine Wunderwaffe gegen Traurigkeit. Ich knipse die Lampe auf meinem Nachttisch aus, kuschle mich in meine weiche Daunendecke. Ab morgen werde ich meinem inneren Schweinehund wieder regelmäßig in den Hintern treten - und mir gleich mit.

27 Kommentare

4. Januar 2017 um 22:04 Was für ein toller Text! Und das Foto dazu finde ich auch richtig schön. Ich habe mir auch wieder vorgenommen, mehr Sport zu machen. Der Klischeevorsatz, um endlich wieder zufriedener mit mir zu sein.
Jahrelang war ich absolut dagegen Sport zu machen, egal in welcher Form, ich habe ihn gehasst. Dann doch irgendwann angefangen, ganz kleine Schritte gemacht und immer mal wieder in jede Richtung kurz reingeschnuppert.
Ich war auf dem richtigen Weg und bin dann vom Leben überrascht worden, habe aufgehört und wieder angefangen. Irgendwie immer dasselbe.

Ich wünsche dir also viel Erfolg und denk immer daran: Es macht keinen Sinn, mit seinem Körper auf Kriegsfuß zu stehen, es ist ganz leicht, etwas zu ändern. Und jeder Schritt, jede Trainingseinheit bringt dich näher an dein Ziel.

Deinen Text finde ich sehr motivierend und deinen Blog wirklich schön!

Liebe Grüße und hab noch einen schönen Abend,
Casey
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5. Januar 2017 um 16:59 ich habe seit Monaten aufgehört mich zu ärgern. Ich lerne jeden tag meine "Makel" zu lieben.

Danke für den comment liebes <3

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5. Januar 2017 um 17:22 Ganz ehrlich liebe Sabrina, ich habe Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen. Was Du hier schilderst, habe ich am eigenen Leib erlebt und bin ich eine fürchterliche Abwärtsspirale mit endstation Spital gelandet. Bitte, bitte sei nicht so dumm wie ich, bitte, bitte hör nicht auf diese innere Stimme !! Wenn ich etwas gelernt habe in dieser schweren Zeit ist es, dass nicht das Äussere zählt, sondern das Innere. Egal wie schön jemand ist - und das bist Du!! - wenn der Charakter daneben ist, dann wird jemand genau dadurch hässlich. Bitte schau auf Dich und halte an der positiven Einstellung fest!!!!
Und PS: danke für die Erinnerung, dass 2016 ein Schaltjahr war, ich Dummie habs total verdrängt.. :P
Schneeflockig liebe Grüsse
Janine
https://www.yourstellacadente.com/
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5. Januar 2017 um 18:38 Habe gerade deinen Blog entdeckt und bin von deinem Design total begeistert! Aber auch dein Text gefällt mir sehr, da ich mich sehr gut wiederfinden konnte :D Den inneren Schweinehund zu besiegen ist nie so einfach, aber sicherlich auch nicht unmöglich :)
Liebste Grüße
Lara

http://laraasophiie.blogspot.de/
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5. Januar 2017 um 18:39 Ein schöner Text. Mir geht es sehr oft genauso wie dir :-*

viele liebe Grüße
Melanie / www.goldzeitblog.blogspot.de
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5. Januar 2017 um 19:13 Liebe Sabrina,
zugleich sehr traurig zu lesen - zum anderen dennoch so schön und irgendwie treffend beschrieben, man kann sich richtig in die Situation hineinversetzen und mit dir mitfühlen!

Ich wünsche dir 2017 ganz viel Motivation und dass du dich in deiner Haut viel wohler fühlst. :) Der Sport ist da schon der perfekte Anfang.

PS: Falls du vielleicht dennoch überlegst wie du weiter Gewicht verlieren kannst, kannst du mir gerne schreiben. Meine Mutter hat ein tolles Konzept mit dem sie selbstständig Menschen betreut und ihnen hilft auf Gesunde weise Gewicht zu verlieren (ohne irgendwelche Zusatzm-Mittelchen!).

Alles Liebe und Fühl dich gedrückt <3
Lara

www.lara-ira.de
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5. Januar 2017 um 21:48 Ich wünsche dir ganz viel Kraft dabei, deinen inneren Schweinehund zu überwinden! Und ja: solche Dinge brauchen definitiv Zeit :)
Du siehst meiner Meinung nach wunderschön aus *.*

Liebste Grüsse
Swenja
http://www.overtheview.ch
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5. Januar 2017 um 22:49 Toller Beitrag, das mit dem Abnehmen kenne ich nur zu gut. Hab es so gelöst, dass ich nicht mehr auf die Waage gehe, anstatt mich krank zu machen. Funktioniert super! :'D

Alles Liebe,
Lisa von hashtagbeyourself.blogspot.ch | Instagram
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6. Januar 2017 um 04:49 Wow!! Was für ein super toller Post! Hat mich richtig gespannt mitgenommen!
Allerliebste Grüße und ein erfolgreiches Jahr 2017! Rahel - http://justrahel.blogspot.com
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6. Januar 2017 um 11:37 Das ist ein schöner Text. Ein sehr ehrlicher Text, wie ich finde. Ich kann das so gut nachvollziehen, denn vor einem Jahr habe ich noch genauso über mich gedacht und an manchen Tagen war ich dann auch selbst wütend auf mich und habe den Tagen hinterher geweint, an denen ich 4x die Woche im Fitnessstudio war und mich zu einer zwanghaften Diät gezwungen habe, die mich eigentlich ziemlich unglücklich gemacht hat.
Für 2017 wünsche ich dir die Motivation, die du brauchst und dass du dich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt!

Liebst Kezia
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6. Januar 2017 um 13:31 Wunderbarer Text. Ich bin auch gerade dabei meine überflüssigen Kilos zu killen :D Du bist wunderschön und das Gewicht spiegelt halt nur das Leben wieder. Es geht auf und ab und das sollte man akzeptieren. Sich zu stressen bringt leider nix :/
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6. Januar 2017 um 14:56 wow ein toller text -jaja ich kenne das ich schau mich auch oft in den spiegel an bin gut gelaunt u dann habe ich genau solche gedanken wie du :)
das dumme ist halt man ist überall von so vielen perfekten frauen umgeben was leider halt auch nicht immer die realität ist...
glg katy

www.lakatyfox.com
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6. Januar 2017 um 15:00 Richtig schön geschrieben! Ich kenne das mit der Unzufriedenheit und versuche mehr für das Selbstbewusstsein zu tun.

Laura<3
Mein Blog♥
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6. Januar 2017 um 19:34 Wow, was für einen unglaublich schönen Blog du hast!
Ich finde deinen Schreibstil wahnsinnig schön und auch die Bilder sehen klasse aus :) Weiter so!

Ganz liebe Grüße, Julia ☾ | www.serendipityblog.de
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7. Januar 2017 um 00:47 Das kenne ich leider auch zu gut mit den Ausreden :/
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7. Januar 2017 um 11:41 Wunderschöner Beitrag!! du sprichst mir aus der Seele! ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen!

ich würd mich freuen, wenn du Mal bei mir vorbeischaust!
liebe Grüße & schönes Wochenende!

❥ Vicky | The Golden Bun - Instagram TGB-
Antworten
7. Januar 2017 um 11:58 Ein ganz toller Text!
Ich kenne es zu gut, den inneren Schweinehund zu besiegen, aber du schaffst es bestimmt.

Allerliebst, Marie Celine | http://marieceliine.blogspot.de | Auf meinem Blog findet im Moment eine Blogvorstellung statt, vielleicht hast du ja Lust vorbeizuschauen.
Antworten
7. Januar 2017 um 13:16 Sehr schöner Beitrag!
Leider kann ich Dir bei so vielen Aussagen zustimmen. Mir geht es oft nicht anders als Dir.
Aber ich hab mir jetzt auch Ziele gesetzt und werde meinen inneren Schweinehund auf alle Fälle überwinden.
Ich drück Dir die Daumen.

Liebste Grüße
AnnaLucia
http://annalucia.de/
Antworten
8. Januar 2017 um 00:29 Ein ganz toller Post, der mich zum Nachdenken angeregt hat, danke dafür!
Liebst, Lea.
Antworten
8. Januar 2017 um 17:21 Dein offener und ehrlicher Schreibstil gefällt mir sehr. Ich glaube, dass der Text auf uns alle mal mehr und mal weniger zutrifft. :)

Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge
Antworten
9. Januar 2017 um 23:48 Du sprichst mir aus der Seele. Ein kleiner Augenblick lässt einen schon komplett an sich Zweifeln und man ist den ganzen Tag nicht anwesend, überlegt, wie man es besser machen kann.
Liebe Grüße von
www.christinsophie.com
Antworten
11. Januar 2017 um 14:10 Ein wunderschöner Text :) Mit deinen Worten drückst du einfach etwas ganz wichtiges aus.
Man darf sich aber einfach nicht zu sehr unter Druck setzen. Alles ist ein Prozess und man braucht einfach Geduld, dann wird auch alles so, wie man es sich wünscht.

Liebe Grüße
Kathleen von www.kathleensdream.de
Antworten
13. Januar 2017 um 21:00 Ein toller Text, das macht wirklich Mut selbst gegen den eigenen Schwinehund anzukämpfen.
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18. Januar 2017 um 11:26 Super Post! So ähnlich hab ich mich mit Freundinnen Ende letztes Jahr auch gefühlt. Allerdings haben wir alle drei festgestellt, dass uns die "morgen werd ich" Einstellung absolut nicht weiter gebracht hat. Deswegen haben wir eine jetzt werd ich Umformulierung gemacht, uns die Freeletics-App angeschafft und beschlossen uns komme was wolle, gegenseitig da durchzuprügeln. Mittlerweile hat sich noch eine Arbeitskollegin angeschlossen und zwei andere Mädels ebenfalls und es läuft richtig gut. Nichts mehr mit Ausreden auch wenn wir am Abend regelmäßig tot sind, dafür aber sau gut schlafen hahaha. Man kann das nämlich tatsächlich echt zu jeder Tageszeit und überall mal eben machen. Falls sowas für dich in Frage kommt kannst dich gern bei uns melden, wir motivieren gern noch einen mehr ;), haben auf unserem Blog mittlerweile auch diverse Posts zu unserem Test mit der App verfasst.
Liebe Grüße
Heidi von wilderminds.de
Antworten
21. Januar 2017 um 16:44 Wow wirklich toller Text. Du bist sehr talentiert im Schreiben :)

Liebe Grüße

Janina von Janinspo.de
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1. Februar 2017 um 10:33 Meine Liebe, ich finde, du solltest dich auf jeden Fall so nehmen, wie du bist. Wenn dein Magen knurrt, ist das ein Zeichen und niemand sollte sich das antun. Dein Schweinehund gehört es an diesen Stellen zu bekämpfen, wo man eventuell eine gesündere Variante wählen kann - aber niemals ganz verzichten. Das hat mich ebenfalls kaputt gemacht. Nun habe ich gelernt, dass einem alles gut tut - wenn man es geniesst.
Du bist wunderschön, so wie du bist!
Ganz liebe Grüße, Carmen - http://www.carmitive.com
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5. Februar 2017 um 16:50 Ein wirklich gut geschriebener Text. Es tut mir leid, dass du so mit dir haderst, das ging mir auch schon oft so. Eigentlich ist es wirklich nur die Selbstakzeptanz, die zählt, dann kannst du außen so aussehen, wie du magst, dick, dünn, normal, sportlich, schlapp... wenn du dich selbst akzeptieren kannst, so wie du bist, dann ist es eigentlich egal, wie der Körper aussieht. Wichtig ist nur, dass man fit bleibt und sich gesund ernährt, damit man im Alter keine Probleme bekommt... mir hilft da Yoga sehr!

Liebste Grüße,
Ricarda von CATS & DOGS: http://www.wie-hund-und-katze.com
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